Gesellschaftliche Formen der Diskriminierung von Menschen. Es geht *nicht ausschließlich* um männliche Privilegien

  • „Männliche Privilegien gibt es nicht, zumindest kann ich diese nicht nachvollziehen“
  • „Ich kann diese Theorien mit meiner konkreten Erfahrung nicht in Einklang bringen“.

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Inhalt

Anmerkung zu diesem Artikel
In der deutschen Sprache wird bzgl. der Anrede und Beschreibung von bzw. dem Sprechen über Personen alles negiert, was außerhalb von „sie“ oder „er“ / „der oder „die“ liegt. Die Art des Sprechens spiegelt jedoch die Tatsache der vollkommenen Ignoranz: Es gibt offiziell nur Frauen* und Männer*, Toiletten existieren ausschließlich für jene Geschlechter. Somit schafft Sprache ebenso eine Norm, bzw. ist sie ein Abbild von Macht- und Herrschaftsprozessen: „Dagegen möchte ich einen anderen Ort von Geschlechtlichkeit setzen, einen Ort, den es zu erforschen gilt und um den wir kämpfen sollten, er sieht so aus: _“. Der * hinter den Worten Mann* / Frau* soll hingegen verdeutlichen, dass es mehr als nur zwei Geschlechter gibt.

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Nicht ein Feminismus, sondern viele verschiedene Feminismen

Ich habe (wieder mal) eine (tagelange) Diskussion mit Maskulisten, Antifeministen und anderen Männern* geführt (möglicherweise war auch die eine, oder andere Frau* dabei), die der Ansicht sind, dass männliche Privilegien „Hirngespinste“ seien und alles nur von der „Genderideologie“ (was für ein Wort) beeinflusst wäre. Eines der Grundprobleme ist ja, dass mann männliche Privilegien nicht nachvollziehen kann, wenn mann Teil einer Norm ist, an der sich alles richtet (siehe unten „Androzentrismus“ / „weitere Formen gesellschaftlicher Diskriminierung“).

Ein weiteres Grundproblem ist, dass Diskussionen rund um Feminismus meist eher oberflächlich geführt werden. Da wird vieles miteinander vermischt, auf Argumente oft nicht eingegangen, bis hin zu absurden generalisierenden Aussagen wie „Der Feminismus hat unrecht“.

(Diesbezüglich gibt es ein sehr zu empfehlendes Werk, das online verfügbar ist: „Gender – Wissenschaftlichkeit – Ideologie“; hier findet sich eine kurze Beschreibung des Inhalts).

Was ist denn Feminismus überhaupt? Grundsätzlich ist das ein Name einer politischen Bewegung, die von dem Ziel geprägt war (und noch immer ist), dass Frauen* nicht mehr aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden, es geht um die Selbstbestimmung von Frauen* und um die Aufsprengung sexistischer Strukturen: in der Gesellschaft als Ganzes sowie im Alltag der Menschen. Somit ist eines der zentralen Ziele die Selbstbestimmung nicht nur über den eigenen Körper (zB. Abtreibung), sondern auch bzgl. Sprache, „Schönheit“, Heirat, Sex und unzähliger anderen Dinge.

Wie bei allen politischen Bewegungen gibt es Strömungen, die problematisch sind, nur weil sich etwas Feminismus nennt, heißt das nicht, dass dem uneingeschränkt zugestimmt werden muss. Es gibt nicht einen Feminismus, sondern viele verschiedene Feminismen, die bunt und vielfältig sind. Für marxistische / sozialistische Feministinnen ist etwa der Zusammenhang zwischen dem kapitalistischen System und den Geschlechterverhältnissen zentral, für Ökofeministinnen sind Begriffe „Hausarbeit und Kolonialisierung“ wesentlich. Diese Strömungen wurden aber ebenso innerhalb der feministischen Theoriebildung für diverse „blinde Flecken“ kritisiert, auf welche hier jedoch nicht im Detail eingegangen werden kann. Zudem gibt es den bürgerlichen / liberalen, radikalen, kulturellen Feminismus und viele andere Strömungen. Das soll nur verdeutlichen, dass es den Feminismus nicht gibt, sondern – wie immer in dieser komplexen Welt – differenziert werden muss. So wurde etwa die „Existenz einer kollektiven Identität oder zumindest Erfahrungsgleichheit aller Frauen […] insbesondere verstärkt seit den 1980er Jahren durch Black Feminists und women of color im US amerikanischen Diskurs und durch MigrantInnen und Schwarze Feministinnen im deutschsprachigen Raum angegriffen.“

Diese Verschiedenheit von Feminismen, anstatt eines einzigen Feminismus muss differenziert werden, was in der Diskussion leider oft völlig ignoriert wird.

Androzentrismus – das Männliche wird als die Norm betrachtet

Die beiden Zitate im Titel spielen genau auf Androzentrismus und die Betrachtung des Männlichen als Norm an:

  • „Männliche Privilegien gibt es nicht, zumindest kann ich diese nicht nachvollziehen.“
  • „Ich kann diese Theorien mit meiner konkreten Erfahrung nicht in Einklang bringen.“

Charlotte Perkins Gilman definierte in ihrem Buch The Man-Made World or Our Androcentric Culture (1911) als erste den Begriff „Androzentrismus“, „welches ein Weltbild beschreibt, das männliche Lebensmuster und Denksysteme als universelle Menschennorm definiert“.
Eine Definition von „Androzentrismus“ findet sich ebenso auf wikipediaQueer Lexikon….

In meinen Artikeln über die Reflexion männlicher Privilegien bin ich an mehreren Stellen darauf eingegangen:

Auch folgender tweet bringt es auf den Punkt was es heißt, sich in dieser Norm ausruhen zu können und nicht über strukturelle Privilegien nachdenken zu müssen:

„Man lernt, solange man sich innerhalb einer weißen, gutsituierten Zweigeschlechtlichkeit bewegt, kann man gleichberechtigt an allen Formen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben. Je nach Intensität der Abweichung nimmt auch der Grad der Akzeptanz und gesellschaftlichen Teilhabe ab“ (Voß 2004: 67).

Darüber hinaus ist es essenziell, auch Betroffene zu Wort kommen zu lassen, anstatt immer nur stur dagegen zu argumentieren, dass männliche Privilegien nicht existieren und heutzutage das Patriarchat ja gar nicht mehr existiert. Sexismus / Patriarchat aus der Alltagsperspekte einer jungen Frau*. Ein User_innenkommentar in derstandard.at:

„Ich frage mich, ob ich in einer Parallelwelt lebe oder ob mir nur noch nie aufgefallen ist, dass sich Männer nachts auf dem Heimweg zehnmal umdrehen […]. Dass sie einen Pfefferspray bei sich tragen und den Schlüssel. Dass ihnen von allen Seiten nahegelegt wird, nachts aufzupassen und eventuell mit dem Taxi zu fahren. Wird Männern etwa auch im Vorbeigehen von wildfremden Menschen nachgepfiffen? Oder auf den Hintern geklopft? Müssen sie es akzeptieren, dass sie in Clubs, in der U-Bahn, auf der Straße oder sonst wo als Freiwild gesehen werden, und lässt man sie häufig erst in Ruhe, wenn sie genervt und beunruhigt sagen, dass sie schon wem anderen gehören? Werden in Gruppen Betrunkener ständig Männerwitze gemacht und wird ihnen, wenn sie nicht lachen, vorgeworfen, dass sie humorlos und verklemmt sind? Hören Männer von Zurückgewiesenen, dass sie Schlampen seien und man ja wohl noch schauen dürfe?

 Interessant ist auch folgender Artikel bezüglich Redeverhalten und Dominanz: „Die Normalität des Männlichen“.

Weitere Formen gesellschaftlicher Diskriminierung

Die  „Ungleichheit der Geschlechter“ (bei dieser Formulierung ist immer mitzudenken, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt) ist nicht die einzige Form der Diskriminierung in der Gesellschaft. Diskriminierung von gesellschaftlichen Gruppen selbst in „demokratischen Staaten“ ist allgegenwärtig und Diskriminierungsformen überschneiden sich meist. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der Erniedrigung und Verachtung von Menschen, was auch mit sozialen Ungleichheiten in einer Gesellschaft verknüpft ist und auch von vielen feministischen Strömungen mitgedacht und reflektiert wird (unvollständige Aufzählung): Klassismus, Sexismus, Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus, Transphobie, Homophobie, Heterosexismus, Lookismus, fat shaming, Ageismus, Ableismus, aber auch Stereotype und Vorurteile (zB. wie sich Männer*, wie sich Frauen* verhalten sollen, alle Geschlechter leiden darunter) können gewalthaltig sein und sind meist mit diesen Formen der Diskriminierung verknüpft. Dazu kommen Formen struktureller Gewalt, welche meist direkt mit obigen Diskriminierungsformen zusammen hängen, aber in gewisser Weise „(Herrschafts-)Systeme innerhalb des Systems“ darstellen, aber gleichzeitig auch die Grundlage davon sind.

Es geht also um Vorteile, die für jene, welche sie genießen, unsichtbar und damit normal erscheinen. „Warum soll man sich auch mit Nachteilen von Menschen beschäftigen, die einen nicht betreffen?“ ist hier wohl ein häufiger Gedankengang von Menschen, die von diesen Privilegien profitieren und es leid sind dazu aufgefordert zu werden, die Privilegien mal zu reflektieren.

Das ist der Grund dafür, warum manche Männer* bei dem Thema „männliche Privilegien“ mit derailing (was ist das?) antworten,  diese relativieren, oder auch selbstsicher behaupten „es gibt doch gar keine Privilegien von Männer“. Anstatt darauf einzugehen und im Alltag mal darauf zu achten, ob sie nicht vielleicht „doch“ irgendwo Privilegien entdecken und diese auch ernsthaft reflektieren: Viele Männer* machen keine Erfahrungen mit Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts und gehen daher davon aus, dass diese auch für Frauen* nicht existieren, oder „eh nicht so schlimm“ (sic!) seien. Ist mann in dieser Position, so lassen sich alltägliche sexistische Erfahrungen von Frauen* leicht herunterspielen und relativieren. Dies ist als Weigerung (nicht „bloß“ Ignoranz) zu bezeichnen, sich nicht bewusst und selbstkritisch mit der eigenen Position in der Gesellschaft zu befassen. Tut man das nicht, kann dies als männliches Privileg benannt werden.

 Alle rechtlichen Vorschriften sind darauf zu untersuchen, ob sie Benachteiligungen oder Diskriminierungen direkt oder indirekt voraussetzen oder fördern. In diesem Sinne ist die Rechtswirklichkeit in vielen Bereichen an bestehende Lebensrealitäten anzupassen. Identitäten dürfen nicht mehr behindert werden,

  • auch eine freie Wahl von körperlichen Merkmalen muss selbstbestimmt möglich und durch Krankenkassen voll gedeckt werden.
  • Die Geschlechtsbezeichnung in Ausweisen ist zu entfernen,
  • die Abfrage des Geschlechts und des Familienstandes in amtlichen und nichtamtlichen Fragebögen zu streichen,
  • Sexarbeit als Gewerbe anzuerkennen,
  • unterschiedliche Möglichkeiten beim Zugang zu Bildung anzugleichen,
  • alle öffentlichen und nichtöffentlichen Bauten mit behindertengerechten Zugängen zu versehen,
  • eine soziale Grundsicherung einzuführen, die auch den Zugang zu Kultur ermöglicht,
  • die Trennung von christlicher Kirche und Staat vollständig zu vollziehen, »Migrantinnen« und »Hiergeborene« rechtlich nicht mehr zu unterscheiden…, um nur einige Ansatzpunkte zu nennen (vgl. Voß 2004: 74).

„Weißsein bleibt unsichtbar und wird so beständig als privilegierter Ort reproduziert. Diese strukturelle Unsichtbarkeit gilt auch im Alltäglichen für jene, welche unangezweifelt der Norm angehören – nicht jedoch für jene, welche von Sexismus, Rassismus oder Homophobie betroffen sind. Deren tägliche Erfahrungen machen die Norm meist nur allzu deutlich“ (Walgenbach 2002: 123, zit. n. Habermann 2008: 23).

Somit trifft dies auf sämtliche Formen gesellschaftlicher Diskriminierung zu:

„Privilegien“ von Frauen*

In der Debatte wurde oft erwähnt, dass nicht Männer*, sondern Frauen* privilegiert wären. Diesbzgl. möchte ich auf diesen Artikel verweisen, hier habe ich Gedanken zu „Privilegien“ von Frauen: Pension und Wehrpflicht ausgeführt.

Dazu kommt, dass auch Frauen* von männlichen Privilegien profitieren. Denn auch manche Frauen* haben Anteile an männlichen Privilegien (Stichwort „patriarchale Dividende“), allerdings meist nicht außerhalb der Geschlechterhierarchie. „Im Allgemeinen dadurch, dass sie mit reichen Männern verheiratet sind. Diese Frauen beziehen Nutzen aus dem geschlechtsspezifischen Akkumulationsprozess, d. h. sie leben von einem Strom von Profit, der teilweise durch die unterbezahlte und unbezahlte Arbeit anderer Frauen geschaffen wurde“ (ebd.: 193). Dazu kommt die mindere Wertschätzung dieser Form der Arbeit und wird dazu oftmals nicht mal als „Arbeit“ anerkannt, was mit ihrer Geringschätzung zusammen fällt.

„Somit haben auch jene einen Nutzen vom Patriarchat, die innerhalb der hierarchisch strukturierten Männlichkeit [untergeordnet] sind. Dies betrifft unter anderem nicht-weiße Männer. Gleichzeitig besteht eine solche Dividende für alle Weißen, für alle Heteros, für alle Menschen ohne Behinderungen etc.“ (Habermann 2008: 19).

Zwar haben die meisten Männer* mehr strukturelle Vorteile und gesellschaftliche Macht, als die meisten Frauen*. Gleichzeitig genießen nicht alle Männer* in der gleichen Weise Privilegien, wie auch nicht alle Frauen* gleicher Maßen diskriminiert werden. So besteht die Möglichkeit, dass manche Frauen* mehr Anteile an diesen Vorteilen haben, als manche Männer* (vgl. die Begriffe „patriarchale Dividende“ und „hegeomoniale Männlichkeit“). In den Rollenerwartungen der konstruierten Zweigeschlechtlichkeit (siehe hier und hier) stecken also unzählige Privilegien von Männern* und Diskriminierungen von Frauen* drinnen. Gleichzeitig sind auch Männer* von geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen betroffen.

Oftmals wird ja behauptet, Geschlechter seien nicht sozial konstruiert, sondern biologisch gegeben. Da würde mich ja mal interessieren, warum es dann so notwendig ist, diesen angeblichen Unterschied zw. Männern* und Frauen* (wo kommen interesexuelle Menschen in diesen naturalistischen Theorien vor? Diese werden diesbzgl. doch meistens ausgeklammert!) permanent und immer wieder festzustellen. Damit wird doch meist argumentiert, dass der Mann* über der Frau* steht und Frauen* doch am besten dafür geeignet wären, hinter dem Herd zu stehen und sich um Kinder zu sorgen. Oftmals wurde widerlegt, dass selbst das biologische Geschlecht sozial konstruiert ist.

Menschen leiden unter Geschlechterstereotypen und Rollenklischees

Angebliche „Privilegien“ von Frauen* rütteln nicht am Fundament des Patriarchats, keines dieser Pseudovorteile stellen in irgendeiner Weise das Patriarchat in Frage. Weiters ist es absurd, Rollenbilder gegeneinander auszuspielen, unter welchen alle Geschlechter leiden (v.a. jene, die nicht in die „männlich, weiblich, heterosexuell“ – Norm hineinpassen). Vielmehr geht um Zwänge / stereotype Rollenerwartungen und den damit verbundenen Einschränkungen, denen Menschen jeden Tag ausgesetzt sind.

Wie Männer* unter Geschlechterstereotypen leiden

Benachteiligungen von Männern* gründen sich vor allem auf geschlechtlichen Rollenerwartungen, denen Menschen von der Geburt an ausgesetzt sind. So wird etwa von Männern* erwartet, „männlich“ zu sein, wird diese Erwartung nicht erfüllt, folgt eine Schmähung, welche oftmals Bezeichnungen beinhalten, welche Frauen*, oder homosexuelle Menschen abwerten („du Mädchen/Weichei/Schwuchtel“ etc.).

Denn bei Benachteiligungen gegen Männer* ist immer eine Abwertung / ein lustig machen / Verspottung von weiblich angesehenen Eigenschaften enthalten. Daher gibt es keine Diskriminierung von Männern* ohne Sexismus gegen Frauen. Wenn also eine Benachteiligung von Männern ohne Sexismus gegen Frauen* nicht möglich ist, gibt es gleichzeitig keinen Sexismus gegen Männer*. Rollenklischees, unter denen Männer* wie Frauen* leiden, gegeneinander auszuspielen ist absurd. In dieser Hinsicht geht es also beim Heruntermachen von Männern* mit weiblichen Eigenschaften weniger um das schlecht machen von Männern*, als vielmehr um die Herabsetzung des Weiblichen.

Das ist problematisch und es gilt, dies zu bekämpfen. Nur weil ich als Mann* wahrgenommen werde, möchte ich dennoch emotional sein und weinen dürfen, mir die Nägel lackieren, einen Rock tragen, oder als Kind mit (Barbie-)Puppen spielen. Klar, alle Menschen sollten dies je nach Lust und Laune machen dürfen.

Bei den folgenden Beispielen, wie Männer* unter gesellschaftlichen Rollenerwartungen leiden, liegt es nicht in meinem Interesse, Frauen* dafür anzukreiden, dies sehr wohl tun zu können, oder gar zu meinen, Frauen* hätten in diesen Bereichen Vorteile. Das stimmt nicht. Nur weil Männer* (genauso wie Frauen) unter Rollenstereotypen leiden, ziehen Frauen daraus keine Vorteile. (Umgekehrt haben es Männer* gegenüber Frauen* oft leichter was dadurch begründet ist, dass das Männliche als Norm gilt, wie oben argumentiert wurde und weiter unten mit Beispielen veranschaulicht wird):
– das Lustig machen über Männer*, wenn sie weinen / Schwäche zeigen
– das Absprechen emotionaler Kompetenz
– Männer* werden dazu erzogen, physische und psychische Schmerzen zu leugnen / zu negieren
– von mir als Mann* wird erwartet, dass ich stark bin
– Erwartung, mit anderen Männern* in Wettbewerb zu treten
– Erwartung, bei einem Date den ersten Schritt zu machen
– abgewertet zu werden, wenn ich über meine Gefühle spreche (abgesehen davon, dass „unmännlich sein“ für mich keine Abwertung darstellt)
– als Kind bekommen Buben* oft zu hören, dass sie kräftig sind, dass weinen als „unmännlich“ gelte, während Mädchen* gesagt wird, sie wären schön, niedlich, süß, lieb
– Männern* ist es nicht per se möglich, Make-up zu tragen, sofern sie nicht potentiell mit Schmähungen rechnen wollen (selbst wenn das immer mehr und mehr aufgebrochen wird)
– das unermüdliche darauf hinweisen, was einen „richtigen Mann (sic!)“ ausmacht
– inklusive andere heterosexistische Erwartungshaltungen, welche im Endeffekt alle (unendlich viele) Geschlechter betrifft.

Allerdings darf hier nicht vergessen werden, dass es oft zu einer Täter- Opfer-Umkehr kommt, denn mit dem pauschalen Hinweis, dass auch Männer* unter Sexismus (sic!) und vergeschlechtlichten Erwartungshaltungen leiden (zweiteres ist ja nicht als falsch zu bezeichnen), werden tatsächliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse verschleiert, wenn die Verhältnismäßigkeit nicht berücksichtigt wird.

Sexismus gegen Männer wäre, wenn “grow a vagina” beleidigend wäre. Aber in Wirklichkeit ist es “grow some balls” und “pussy”. Und das ist nicht männer- sondern frauenfeindlich. Auf Misogynie beruhende Beleidigungen werten nicht Männer ab. Männer werden nicht für ihre Männlichkeit “diskriminiert”, sondern für zu wenig Männlichkeit.

Auch zu „Männer* und Gewalterfahrung“ habe ich hier ein paar Zeilen geschrieben.

Vorteile von Männlichkeiten / sexistische Stereotypen / Marginalisierung von Frauen* / Diskriminierungen von Frauen / Männliche Privilegien

Über Diskriminierung in der Sprache habe ich hier einen Artikel geschrieben.

Da ich diese Vorteile bzw. Diskriminierungen in einigen anderen Artikeln bereits ausführlich diskutiert habe, werde ich nun lediglich auf jene Fülle an Beispielen verlinken:

(Homosexuelle, trans- und intersexuelle Menschen sind in keinster Weise gesetzlich gleichgestellt, haben mit umfassenden gesellschaftlichen Benachteiligungen zu kämpfen, oder werden gar verfolgt und ermordet).

Trotz gesetzlicher Gleichstellung zw. Männern* und Frauen* in der EU (stimmt das wirklich??) sind nach Jahrhunderte langer gesetzlicher Schlechterstellungen, gezielter  Tötungen (Hexenverbrennungen) und Ausschließungen von Frauen* aus dem gesellschaftlichen Leben Begünstigungen von Männern* nicht einfach so abgebaut. Sie existieren weiter, zwar nicht gesetzlich festgeschrieben, sondern strukturell. Dies wurde nicht nur mit den theoretischen Überlegungen über das Männliche als Norm, sondern auch in praktischen Beispielen versucht zu veranschaulichen.  

Luca di Blasi: weiße, heterosexuelle Männer* als „Mehrfachgeschonte“

Edit 7.5.2015: Gestern bin ich auf einen interessanten Begriff von Luca di Blasi gestoßen:

„Es gibt nicht nur mehrfach benachteiligte Menschen in unserer Gesellschaft. Sondern auch Mehrfachgeschonte. In Bezug auf die Kategorien Hautfarbe, Ethnie, Geschlecht und sexueller Präferenz sind das die weißen heterosexuellen Männer.“

Diese Perspektive finde ich spannend, weil damit nicht nur Privilegien und Diskriminierungen aufgedeckt werden, sondern auch die umgekehrte Perspektive in den Blick gefasst wird: Luca di Blasi meint, dass weiße, hetereosexuelle Männer (WHM) „lange Zeit von schmerzhaften Markierungen […] verschont geblieben sind“. Sie weisen eine „Geschontheit“ auf, da sich in hegemonialen Kontexten nicht als problematisch erfahren müssen und weniger Verletzungen ausgesetzt sind.

Zudem ist es WHM sehr oft nicht bewusst, dass sie in struktureller Hinsicht nicht von Diskriminierungen betroffen sind, so dass sie in ihrem Selbstverständnis auch gerade keine Gruppe bilden (S. 18). Da die Betrachtung der partikularen sozialen Position von WHM hier ohne eine Verflechtung mit der Kategorie Klasse vollzogen wird, verdeutlicht Di Blasi, dass „die Unmarkiertheit der WHM nicht mit Privilegiertheit schlechthin gleichgesetzt werden kann“ (S. 19), sondern immer nur vor dem Hintergrund dieser sozial konstruierten Kategorisierungen. Für den Autor wird die „Unmarkiertheit und Geschontheit“ der WHM darüber hinaus auch daran offensichtlich, dass für eine „etwaige Abwertung“ ihnen gegenüber keine Begrifflichkeit zur Verfügung steht (S. 20). (Vergleiche Rezension von Gerd Schmitt zu Luca di Blasi (2013). Der weiße Mann. Ein Anti-Manifest.)

Das trifft insbesondere auf viele Maskulisten zu die nicht nur die absurde Ansicht vertreten, dass wir in einer feministischen Gesellschaft leben, sondern zudem noch behaupten, feministische Strömungen würden Frauen privilegieren und Männer benachteiligen. „Sie haben das Gefühl, dass alles, was gesellschaftlich passiert, in die falsche Richtung geht und gegen sie selbst gerichtet ist. Ihr Grundfehler ist, dass die weißen heterosexuellen Männer Privilegienabbau mit Diskriminierung gleichsetzen“.

Kurzbiographie und Publikationen von Luca di Blasi

Methoden mancher Maskulisten

Edit 20.4.2015:  Ich habe ja schon vor ca. einem Monat mit Elmar Diederichs (er hat keinen Nickname, er tritt überall mit seinem echten Namen auf) Email geschrieben. Einer interessanten Diskussion folgten von ihm Drohungen und eine offene „Kriegserklärung“. Warum, weiß ich nicht so genau, er hat aus unerfindlichen Gründen ganz besondere Aggressionen gegen Menschen, die feministisch argumentieren.

Einen neuen Höhepunkt gab es nun in einem Forum: Diederichs droht in einem öffentlichen Forum (pro) Feminist_innen ganz offen mit Gewalt. Selbstverständlich erklärt er nicht, was Feminismus mit Rassismus zu tun hat. Das hat er in dieser aggressiven Schreibweise aber nicht nötig, er behauptet es einfach mal so:

Elmar Diederichs Gewaltdrohungen

(Zum vergrößern anklicken) Elmar Diederichs: „Gegen Feministen (sic!) ist Gewalt moralisch zulässig.“

 

Elmar Diederichs muss anderen Menschen mit Gewalt drohen, um sie von seinen absurden Thesen zu „überzeugen“. Damit relativiert er sämtliche seiner Argumentationen und ist als Diskussionspartner nicht ernst zu nehmen.

Das beantwortet auch eine Frage, die „evochris“ unlängst eher naiv an mich stellte:

evochrist

Diederichs gefällt es, wenn Menschen Angst vor ihm haben. Seine Pseudoargumentationen würden sich also in nichts auflösen, würde er sich mit der konstruktiven Kritik an seine Thesen beschäftigen. Nur mit Drohungen gegen eine ganze Menschengruppe fühlt er sich stark. Mit dieser Atmosphäre soll Angst geschaffen werden in welcher es nicht mehr möglich ist, eine Diskussion auf Augenhöhe zu führen. Maskulismus ist eine Ideologie, die, wenn „notwendig“ mit Gewalt durchgesetzt werden „muss“, wie in diesen Screenshots ersichtlich wird.

Elmar Diederichs Gewaltdrohungen 3

Zuletzt noch ein Screenshot aus einem Forum eines Blogs, der ebenso zeigt, wie ideologisch so manche Männerrechtler, Antifeministen usw. vorgehen (wenn auch deutlich harmloser, als oben beschriebene Methodik):

screenshot

Zum Vergrößern Bild anklicken

Über Maskulismus und Antifeminismus wurde vor längerer Zeit schon mal an dieser Stelle etwas geschrieben. Auch Andreas Kemper beschäftigt sich mit Maskulisten und organisiertem Antifeminismus. Hinrich Rosenbrock  schrieb ebenso etwas über „Die antifeministische Männerrechtsbewegung: Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung“. Diese Expertise kann hier downgeloaded werden.

 

Zuletzt noch ein Hinweis auf eine spannende Dokumentation:

In nomine patris – Die Interessen der Väter“bewegung“

„Viele Maskulisten haben Grundaussagen des Feminismus nicht verstanden, oder noch nie gehört. Da gibt es Leute, denen es nie richtig geschmeckt hat, dass Frauen unabhängig über ihr Leben entscheiden können. Und im Endeffekt macht es sie wütend, dass sich Frauen so leicht scheiden lassen können.“

„Ihr Verständnis von Gleichberechtigung treiben die Maskulisten auf die Spitze, wenn sie behaupten, im gleichen Maße an der Geburt beteiligt zu sein. Im Namen des Vaters wird das Recht der Frau in Frage gestellt, über ihren Körper zu verfügen.“

Conclusio

Warum werden männerdominierte Strukturen meist nicht bemerkt? Weil sie als normal gelten und in zwischenmenschlichen Interaktionen bzw. im Alltag oft nur die Abweichungen dieser Norm betont werden. So kommt es dann auch zu Formulierungen wie „männliche Privilegien gibt es nicht, zumindest kann ich diese nicht nachvollziehen“. Daneben geht es bei männlichen Privilegien nicht ausschließlich um „offensichtlichen, gesetzlich festgeschriebenen Sexismus“, sondern um Dominanzverhalten, Raum einnehmen, Marginalisierung / Ausschluss von Frauen* und anderen Gruppen, die nicht innerhalb einer weißen, männlichen Norm repräsentiert sind.

Wie Sexismus und männliche Privilegien beurteilt werden hängt meist mit Deutungshoheit und einer gesellschaftlichen Definitionsmacht zusammen (wer hat diese inne?).

Ebenso ist es wichtig, Privilegien, aber auch Ängste zu hinterfragen / und darüber nachzudenken. Daher ist es notwendig, über sich selbst zu reflektieren, anstatt über andere zu urteilen. Denn auch, wenn ich meine (männlichen) Privilegien nicht sehen will, sind sie trotz dem da.

Ja klar, in anderen Ländern ist es schlimmer. Das ist aber kein Argument dafür, dass in Österreich, bzw. in der EU und darüber hinaus Menschen diskriminiert, ungleichbehandelt, ausgegrenzt, marginalisiert werden. Für ein gutes Miteinander müssen wir (nicht nur männliche) Privilegien reflektieren, auf unsere Mitmenschen schauen, Solidarität zeigen, Zivilcourage leisten… Apropos „in anderen Ländern ist es schlimmer“: zu sagen „männliche Privilegien und Patriarchat gibt es nicht mehr“ ist in diesem Kontext doch mehr als absurd, da es sich bei diesem Satz wieder um eine Generalisierung handelt, die falsch ist: es gibt Länder auf der Welt, in denen FGM praktiziert wird, Frauen* im Kindesalter verheiratet, vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, oder mit der Angabe von absurden Gründen gesteinigt werden und vieles mehr.

Drei kürzlich (März 2015) erschienene Artikel zum Thema „Antifeminismus“:

„Ein etwas anderer Ausblick“: eine kurze Geschichte

Zum Vergrößern Bild anklicken

Literaturverzeichnis und Quellennachweis schriftlicher Quellen finden sich hier

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Überblick und Inhaltsverzeichnis: „Ein queerfeministischer Ansatz zur Reflexion männlicher Privilegien“

1. Teil: Soziale Konstruktion statt biologischer Bestimmung. Historische Betrachtungen des Mannes als Norm
Einleitung
1. Naturalisierung der Kategorien “Männer” und “Frauen“ als Grundlage männlicher Privilegien
Körper werden in jeder Kultur, in jeder Gesellschaft politisch und kulturell mit Bedeutungen aufgeladen und sind daher niemals unabhängig von Geschichte, Kultur, Epoche und Gesellschaft zu denken. Es gibt nicht zwei, sondern unzählige Geschlechter.
1.1 Sozial – historisch: Der weiße, bürgerliche Mann als Norm
Die Einteilung in Männer* und Frauen* gab es zwar auch schon vor dem 18. Jh., allerdings wurde eine angebliche Wesensverschiedenheit von Männern* und Frauen* erst mit dem aufstrebenden Bürgertum betont und institutionalisiert.

2. Teil: „Mann und Frau“ und wie sie konstruiert werden
1.2 Doing Gender, Körper, Sozialisation und Heteronormativität
Bedeutung der “Interaktion” für die soziale Konstruktion von Geschlecht. Geschlechterbezogene Erziehung, „Heteronormativität“ ist damit eng verknüpft. Nicht nur Mann* und Frau*, auch „Heterosexualität“ ist Produkt gesellschaftlicher Diskurse und von Geschichte.
1.3 Geschlechterstereotypen
Männliche und weibliche Symbole: Das, was wir erwarten, fällt uns stärker auf. Geschlechtsspezifische Rollenerwartung.
1.4 Trans- und Intersexualität: “Agnesstudien” von Garfinkel
Menschen, die ihr Geschlecht wechseln, müssen „die selbstverständlichen Methoden der Herstellung des Geschlechtes explizit lernen“ (Knoblauch 2003: 122), während dies für andere Individuen aufgrund ihrer Sozialisation als selbstverständlich erscheint.

3. Teil: Männlichkeit(en)
2. Privilegien, hegemoniale Männlichkeit und Konstruktion von Männlichkeiten
2.1 Intersektionalität, männliche und weiße Privilegien

„Privilegien sind Vorteile, die die Gesellschaft bestimmten Gruppen zuerkennt, und von denen Leute allein aufgrund ihres sozialen Status profitieren. Da sich sozialer Status aus der Positionierung in mehreren Strukturen ergibt („Rasse“, Klasse, Geschlecht, sexuelle Identität, Alter; Anm. LY) sind alle Menschen sowohl privilegiert als auch nicht, profitieren an einer Stelle von einem Privileg während sie an anderer Stelle benachteiligt sein können. Und wie sich Privileg auswirkt, hängt wiederum von der individuellen Position in der sozialen Hierarchie ab.“ (siehe Blog von @sanczny)

2.2 Hegemoniale Männlichkeit und patriarchale Dividende
Männliche und heterosexuelle Privilegien sind das Ergebnis einer Geschlechterhierarchie. Gleichzeitig haben auch manche Frauen* Anteile an der patriarchalen Dividende, allerdings meist nicht außerhalb der Geschlechterhierarchie.
2.3 Konstituierung von Männlichkeiten über den Wettbewerb und Männerbünde
Männerbünde bestehen heute in vielfältigen informellen oder latenten Formen. Es geht nicht nur um deklarierte Männerbünde, sondern um Institutionen, die faktisch wie Männerbünde wirken.

4. Teil: Zwischenfazit und Reflexion männlicher Privilegien
2.4 Zwischenfazit: Der Körper als Vermittler zwischen Struktur und Praxis
„Scharnierfunktion“ des Körpers als Vermittler „zwischen Individuum und Gesellschaft bzw. zw. Handlung und Struktur; Menschen sind von der gesellschaftlichen Struktur beeinflusst, allerdings dieser nicht bedingungslos ausgeliefert und können klarerweise im Alltag sehr wohl ihr Handeln beeinflussen: Ob sie sexistisch agieren oder nicht, ob sie ihr Handeln reflektieren, oder nicht; ob sie andere Menschen bezüglich der Wahl deren Sexualität & Geschlecht die Freiheit lassen, es selbst zu wählen usw.
3. [Hauptteil]: Männliche Privilegien / Vorteile von Männlichkeiten / sexistische Stereotypen / Marginalisierung von Frauen* / Diskriminierungen von Frauen – eine Reflexion
Reflexion findet nicht punktuell statt, sondern ist ein zyklischer Prozess, der nie aufhören sollte. Reflexion ist eine grundlegende Strategie (nicht nur) männlicher Privilegien / Sexismen in der Gesellschaft aufzudecken, sondern auch andere Diskriminierungsformen sowie Macht- und Herrschaftsprozesse.
3.1 Gesellschaftliche Geringschätzung von Haus- und Versorgungsarbeit im Gegensatz zu Lohnarbeit
Gesellschaftliche (Re)Produktion: Lohnarbeit und Sorgearbeit und deren Wertschätzung.

5. Teil: Beispiele für männliche Privilegien
3.2 Thematisierung von „ungleiche Bezahlung“ und „sexualisierte Gewalt“

6. Teil: Weitere Beispiele aus dem Alltag
3.3 bzgl. Vorteile von Männlichkeiten / sexistische Stereotypen / Marginalisierungen und Diskriminierungen / männliche Privilegien / von Frauen* aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen
Männerdominierte Strukturen: Straße, Disko, Lokal, Schule, in Gesprächen (Dominanz), in intimen Beziehungen, Familie, Politik, Wissenschaft, Unternehmen usw… in fast allen Lebensbereichen. Die Folge davon ist der Ausschluss von Frauen* und anderen Menschen, welche nicht in die weiße, männliche Norm hinein passen wie homosexuelle Menschen, Queers, Transpersonen etc.
3.3.1 Männliche Dominanz / das Männliche als Norm (vgl. 1.1 / 1. Teil und 1.3 / 2. Teil)
Wenn man von etwas nicht betroffen ist, ist es leicht, darüber zu urteilen. Und der Glaube daran, diese Diskriminierung gäbe es nicht, weil sie nicht auf einen selbst zutrifft.
3.3.2 Reduzierung von Frauen auf Schönsein und Sexualität / Geschlechterstereotypen / Werbung
„Den weiblichen Körper kaufen“ – Frauen* als (Sex)Objekt.

3.3.3 Marginalisierung / Ausschluss von Frauen
Männerdominierte Räume; Warum waren die größten Entdecker, Erfinder, Herrscher fast ausschließlich Männer
?

7. Teil: Noch mehr Beispiele, verschiedenes und weiterführende Links
3.3.4 Unterschiedliche Reaktionen auf dieselbe Tätigkeit von Männern* und Frauen*
3.3.5 Familie / Ehe / Karriere / Kinder
3.3.6 Verschiedenes
3.3.7 Weiterführende Links / Leseempfehlungen

8. Teil: Wie sollen Männer mit männlichen Privilegien umgehen? Und: „Privilegien“ von Frauenen
3.3.8 Was können Männer
tun Wie sollen sie mit männlichen Privilegien umgehen?
3.4 „Privilegien“ von Frauen: Pension und Wehrpflicht

9. Teil: Benachteiligung von Männer* durch Geschlechterstereotypen und Rollenerwartungen
3.5 Auswirkungen von Geschlechterstereotypen / gesellschaftlichen Rollenerwartungen auf Männer
Auch Männer
sind von geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen betroffen. Allerdings werden Männer* nicht für ihre Männlichkeit diskriminiert, sondern für zu wenig Männlichkeit. Benachteiligungen gegen Männer* sind meist eine Abwertung / lustig machen / Verspottung von als weiblich angesehenen Eigenschaften.
3.6 Männer* und Gewalterfahrungen

4. Abschließende Bemerkungen
Männerdominierte Strukturen werden meist nicht bemerkt, weil sie als normal gelten. Daneben geht es bei männlichen Privilegien nicht ausschließlich um „offensichtlichen, gesetzlich festgeschriebenen Sexismus“, sondern um Dominanzverhalten, Raum einnehmen, Marginalisierung / Ausschluss von Frauen* und anderen Gruppen, die nicht innerhalb einer weißen, männlichen Norm repräsentiert sind.

Sexismus und männliche Privilegien haben zu tun mit struktureller Gewalt / Benachteiligung / Diskriminierung (vgl. 1.1 / 1. Teil; 2.2 / 3. Teil; 3.2 / 5. Teil), wobei Sexismus auf Stereotypen / geschlechtlichen Rollenklischees basiert (vgl. 1.2 / 2. Teil) und häufig mit anderen Diskriminierungsformen auftritt (vgl. Intersektionalität, Kapitel 2). Wie Sexismus und männliche Privilegien beurteilt werden hängt meist mit Deutungshoheit und einer gesellschaftlichen Definitionsmacht (wer hat diese inne?) zusammen.

Trotz gesetzlicher Gleichstellung zw. Männern* und Frauen* sind nach Jahrhunderte langer gesetzlicher Schlechterstellungen, gezielter Tötungen (Hexenverbrennungen) und Ausschließungen von Frauen* aus dem gesellschaftlichen Leben Begünstigungen von Männern* nicht einfach so abgebaut. Sie existieren weiter, zwar nicht gesetzlich festgeschrieben, sondern strukturell.

Literaturverzeichnis und Quellennachweis schriftlicher Quellen finden sich hier

From Gay Oppression to Women’s Equality

Kennst du Ronja? Ronja ist wie du.